Murmel begann als Ersatz für ein Diktier-Abo: Taste halten, sprechen, loslassen — der Text steht da, wo der Cursor blinkt. Dabei ist es nicht geblieben. Sage ich mitten im Diktat „Hey Murmel", schlägt es in 101.016 Stücken meiner eigenen Dateien nach, legt Termine und Erinnerungen an, schreibt Meetings mit. Und es steuert per Sprache mein komplettes Geschäfts-Backend. Der Kern läuft offline auf dem Mac.
Wispr Flow, Voicely, Superwhisper: gute Werkzeuge, alle mit demselben Bauplan — gesprochenes Wort rein, geschriebenes Wort raus. Murmel macht das auch, und dann macht es weiter. Vier Ebenen, jede baut auf der darunter auf. Klick dich durch.
fn halten, sprechen, loslassen. whisper.cpp erkennt lokal, eine optionale Politur räumt „ähm" und Satzzeichen auf, ⌘V setzt den Text ins aktive Fenster. Terminal, Mail, Browser, egal. 13 Stil-Modi — von „Roh" bis „Claude-Prompt".
Das können die anderen auch. Deshalb ist es nur Ebene 01.
Wer das kann: jedes gute Diktier-Tool
„Hey Murmel, was steht in meiner LinkedIn-Strategie zu Hooks?" — statt zu raten, sucht Murmel erst in 101.016 Text-Stücken aus 5.267 Dateien auf meiner Platte, und antwortet dann mit Quellenangabe: Datei, Abschnitt. Volltext- und Bedeutungssuche parallel, lokal eingebettet.
Ein Diktier-Tool kennt deine Daten nicht. Es soll sie auch gar nicht kennen.
Wer das kann: ein Werkzeug mit Gedächtnis
„Erinnere mich morgen um 9 an den Anruf mit der Bank" landet in der Erinnerungen-App. „Was habe ich Donnerstag vor?" liest den Kalender. Dazu Timer als echte Benachrichtigungen, Bildschirm-Text per Vision-OCR, Dateien über Spotlight, E-Mail-Entwürfe, Nachrichten. 26 Werkzeuge, die der Agent selbst auswählt.
Das geht nur, weil Murmel eine echte macOS-App ist und kein Browser-Tab.
Wer das kann: eine native App mit Rechten
Murmel spricht mit dem Backend von deinebusinesspage: 39 Werkzeuge über 26 Datenbereiche — Kunden, Angebote, Rechnungen, Ausgaben, Projekte, Termine, Board, Umsatzberichte. Lesen läuft sofort durch. Die 10 schreibenden Werkzeuge gehen nie ohne ausdrückliche Bestätigung durch.
„Wie ist der Umsatz diesen Monat?" — gesprochen, beantwortet, mit Zahlen aus der echten Datenbank.
Wer das kann: ein System, das dir selbst gehört
Die linke Spalte ist keine Kritik. Ein Diktier-Abo soll diktieren, und das tut es gut. Angefangen habe ich trotzdem, und der Auslöser war banal: 15 € im Monat für etwas, dessen Kern ich selbst bauen kann. Der Unterschied liegt im Zuschnitt. Murmel ist für genau einen Arbeitsplatz gebaut, meinen. Deshalb darf es an Daten, an die ein Produkt für alle nicht heran dürfte.
Von der gehaltenen Taste bis zum Text im Fenster passiert alles auf dem Rechner. Kein Zwischenstopp im Netz. Tippe auf eine Station.
Beim Sprechen läuft der Text in einem schwebenden Overlay mit. Ein schnelles Modell für die Vorschau, das genaue für die Einfügung.
Fachbegriffe und Namen korrekt geschrieben, pflegbar in einer eigenen Oberfläche.
„n acht n" → n8nMurmel findet im eigenen Verlauf falsch gehörte Begriffe und schlägt Korrektur-Paare vor. Ein Klick übernimmt.
Jedes Diktat liegt in einer lokalen Datenbank, per Klick erneut einfügbar.
3.422 Einträge„neue Zeile", „Punkt", „abbrechen" werden als Aktion erkannt statt wörtlich getippt.
Murmel merkt, in welchem Programm der Cursor steht, und schaltet den passenden Modus vor.

Ich muss nichts umschalten. Fange ich ein Diktat mit „Hey Murmel" an, erkennt die App das Wake-Word, wirft den Text nicht ins Fenster, sondern öffnet ein eigenes Chat-Fenster: Markdown-Antworten, Wort für Wort im Stream, Weiterfragen per Mikrofon-Knopf. Dahinter denkt qwen3:8b lokal und ruft echte Werkzeuge auf, statt nur zu reden.
morgen um 9 hat kein Modell geraten,
sondern ein Datums-Parser aufgelöst.Im Fenster steht nur das Ergebnis. Was dazwischen passiert, steht im Protokoll, und genau darüber wurden beide echten Fehler in diesem Projekt gefunden: Evidenz an jeder Stufe, statt zu raten.
Harte Regel gegen Halluzination: Relevanz-Schwelle in der Suche, abgeschottetes Gedächtnis pro Sitzung, und eine Persona, die ihre echten Fähigkeiten kennt.
Markdown, Code-Blöcke, Streaming Wort für Wort. Anhänge (PDF, Bild) werden gelesen und mitgedacht.
Je nach Ziel-App formatiert: Rich Text für Mail, Sternchen-Fett für Messenger, Markdown als Datei.
Ein Sprachmodell weiß viel über die Welt und nichts über meine Arbeit. Also bekommt es meine Arbeit als Nachschlagewerk: 101.016 Text-Stücke aus 5.267 Dateien, jedes einzelne lokal in Zahlen umgerechnet, damit die Suche nicht nur Wörter, sondern Bedeutung findet. Kein Byte davon liegt bei jemand anderem.

Im Fachjargon heißt das RAG. Übersetzt: erst nachschlagen, dann antworten. Statt aus dem Gedächtnis zu raten, holt Murmel die passenden Stellen aus deinen Dateien und legt sie dem Modell als Lesestoff vor, so wie man jemandem vor der Antwort die Akte hinschiebt.
Die eine Suche findet den exakten Begriff („Migration 067"), die andere den Sinn („was war das mit der Einwilligung?"). Beide laufen gleichzeitig, ein Rangfolge-Verfahren mischt die Treffer. Ein Prüfstand mit festen Testfragen misst, ob die richtige Quelle unter den Treffern landet.
Die Umrechnung in Zahlen macht ein lokales Modell, der Index liegt in einer Datei auf dem Mac, die Antwort formuliert das lokale Sprachmodell. Halbes Gigabyte Index, keine laufenden Kosten.
Die wichtigste Regel im ganzen Aufbau ist die langweiligste: Findet die Suche nichts Passendes, sagt Murmel nichts. Eine Antwort ohne Beleg wäre schlimmer als gar keine.
Ich sage nicht „öffne Werkzeug X". Ich sage, was ich will. Das Modell entscheidet, welches der 26 Werkzeuge das erledigt, ruft es auf, bekommt das Ergebnis zurück und formuliert daraus die Antwort. Weil Murmel eine native macOS-App ist, reicht das bis in die Systemprogramme: Erinnerungen, Kalender, Spotlight, Bildschirmtext, Benachrichtigungen.

Gelesen wird über EventKit, Apples eigene Schnittstelle. Eine Erinnerung legt Murmel bewusst über die Erinnerungen-App selbst an. Nur so landet sie in der sichtbaren Standardliste statt in einer versteckten. „morgen", „Freitag", „in 20 Minuten" versteht ein eigener deutscher Datums-Parser, nicht das Modell, das dabei raten würde.
Sucht in den 101.016 Wissens-Stücken, im Kopier-Verlauf und sogar im Terminal: „Was haben wir gestern im Terminal besprochen?"
Entwürfe entstehen, Absenden bleibt ein bewusster Klick. Nichts geht ungefragt raus.
Ein Werkzeug, hinter dem 39 stecken: Murmel reicht den Satz ans Backend weiter, das aus seinen eigenen Werkzeugen wählt. Kommt dort eines dazu, kann Murmel es sofort. Mehr dazu auf Ebene 04.
Ein lokales Kontaktsystem für das Netzwerk, das im Geschäfts-Backend gar nicht steht: Status, Phase, nächster Kontakt. „Wen sollte ich diese Woche anrufen?" beantwortet sich damit selbst — auch ohne Netz.
Morgens die Lage, vor dem Termin die Vorbereitung, danach die Nachlese, aus Kalender, CRM und Wissensindex zusammengezogen.
Gerechnet wird von einem exakten Rechner, nicht vom Sprachmodell. Dateien und Programme gehen über Spotlight auf: „öffne die Rechnung von gestern".
Die Werkzeuge, die ins offene Netz gehen oder etwas nach draußen anstoßen — mit eigenem Schlüssel, abschaltbar, und nur wenn ich es ausdrücklich verlange. Das Geschäfts-Backend zählt hier nicht dazu: das ist mein eigener Server.
Apple Vision liest, was auf dem Bildschirm steht, direkt in den Chat. Fehlermeldung zeigen statt abtippen.

Rechte ⌥-Taste einmal halten, Frage sprechen — danach hört Murmel nach jeder Antwort von selbst weiter zu. Eine Sprechpause beendet die Frage, ein „danke, das war's" beendet das Gespräch.
Damit das nach Gespräch klingt und nicht nach Warteschleife: Der erste Satz erklingt, während der Rest noch entsteht. Die nächste Sprachausgabe wird vorbereitet, während die aktuelle noch läuft. Und ein kurzes „Mhm." überbrückt die Denksekunde.
Die Stimme heißt Seraphina und ist die bewusste Ausnahme von der Lokal-Regel: sie kommt online, und sie ist jederzeit abschaltbar. Ohne Netz übernimmt automatisch die beste installierte System-Stimme. Das Gespräch funktioniert also auch komplett offline.
Die erste Frage war früher immer die langsamste, weil das Sprachmodell erst geladen werden musste. Heute passiert das schon beim Starten im Hintergrund, damit die erste Antwort so schnell kommt wie die zehnte.
Murmel nimmt im Meeting beide Seiten getrennt auf: das Mikrofon für mich, die Systemausgabe für die Gegenseite. Beide Spuren starten in derselben Millisekunde, deshalb lässt sich hinterher ein echter chronologischer Dialog daraus bauen statt eines Wortsalats.
Auf der Gegenseite sitzen oft mehrere Personen. Ein lokaler Durchgang ordnet jeden Beitrag einem Sprecher zu, ohne den Text dabei anzufassen. Erkennt er weniger als zwei Sprecher, bleibt alles schlicht „Gegenüber". Lieber unscharf als falsch.
Aus dem Rohtranskript destilliert Murmel fünf Felder: Kurzfassung, Kernpunkte, Entscheidungen, To-dos und Folgetermin. Die Zerlegung ist fest verdrahtet, nicht dem Modell überlassen.
Jedes Meeting landet im Verlauf-Tab, nach Sprechern getrennt, durchsuchbar, und lässt sich als Mail, Nachricht oder Datei weiterreichen.

Hier hört das Diktier-Tool auf. Am anderen Ende der Leitung liegt das Backend von deinebusinesspage: meine Kunden, Angebote, Rechnungen, Ausgaben, Projekte und Termine. 39 Werkzeuge über 26 Datenbereiche. Ich sage einen Satz, und die Datenbank antwortet.
Leads, Angebote, Aufträge, Rechnungen, Produkte, Ausgaben, Abos, Termine, Projektaufgaben, Prüfschritte, Änderungsprotokoll, E-Mails. Dazu sechs Auswertungen: Tagesbriefing, Umsatzbericht, Finanzübersicht, Kundenakte, Projektakte, Geschäfts-Momentaufnahme.
Kunde anlegen, Angebot erstellen, Ausgabe buchen, Termin anlegen oder verschieben, Projekt ändern, Board-Aufgabe anlegen oder bewegen, Studio-Not-Aus. Jedes davon kommt erst als Rückfrage zurück und wird in einem zweiten Schritt bestätigt.
Alle Lese-Werkzeuge hängen an einem gemeinsamen Verzeichnis der Datenbereiche. Kommt ein Bereich dazu, kann Murmel ihn ohne neue Programmierung befragen.
Der Aufbau dahinter ist bewusst schlicht: die Schnittstelle ist ein dünner Mantel um eine Werkzeug-Schleife, die getrennt getestet ist. Dieselbe Schleife bedient auch den Telegram-Weg. Lesen läuft durch, Schreiben wird zurückgehalten und wartet auf ein ausdrückliches Ja. Ein verhörtes Wort darf keine Rechnung schreiben.
Zwei Wege führen vom Handy zurück zum System. Beide sind so gebaut, dass von außen niemand an den Rechner kommt.
Murmel fragt alle vier Sekunden eine Befehls-Warteschlange in der Cloud ab, arbeitet ab, was dort liegt, und schickt die Antwort per Telegram zurück. Kein offener Port, kein Tunnel — die Verbindung geht immer nur nach draußen. Und Schreib-Befehle aus der Ferne führt Murmel nie still aus: erst kommt „Bestätigen?", dann muss ein „ja" folgen.
ausgehend · zwei Schritte bis zur AusführungEin eigener Bot, aus n8n-Abläufen gebaut. Er antwortet nur mir, versteht Sprachnachrichten, erstellt Bilder auf Zuruf und kennt meine Notizen über einen zweiten, kleinen Wissensindex in der Cloud, den ein Nacht-Ablauf um 04:30 frisch hält. Die 101.016 lokalen Stücke bleiben auf dem Mac. Nur die Notizen gehen mit.
läuft auch, wenn der Laptop zu ist„Lokal" ist schnell behauptet. Deshalb hier die ehrliche Aufteilung, Zeile für Zeile. Alles rechts ist einzeln abschaltbar, und ohne Netz arbeitet Murmel links einfach weiter.

Der Unterschied zu einem Abo-Werkzeug ist nicht, dass Murmel niemals ins Netz geht. Er ist, dass ich jede einzelne dieser Türen selbst geöffnet habe und jede wieder zumachen kann, und dass der Rechner ohne sie nicht stillsteht.
Das links ist keine Grafik, die ich für diese Seite gebaut habe. Es ist Murmels eigene Antwort auf die Frage „Auf welche Daten hast du Zugriff?", aufgenommen am 02.08.2026 und unbearbeitet.
Interessant ist der letzte Absatz. Murmel sagt von sich aus, wo Schluss ist: kein Internet, keine Dateien, die nicht lokal liegen. Das stimmt für diese Installation, weil hier kein Schlüssel für Web-Recherche oder Bilder hinterlegt ist. Wer einen einträgt, macht genau diese Tür auf, und die Antwort fiele anders aus.
Eine Software, die eine ehrliche Auskunft über ihre eigene Reichweite gibt, ist mir lieber als eine, die man erst auseinandernehmen muss.

Eine Swift-Menüleisten-App, gebaut mit dem Swift Package Manager — kein volles Xcode nötig. 73 Dateien, 16.749 Zeilen, jede Datei mit genau einer Zuständigkeit, verdrahtet von einer zentralen Stelle. Das war von Anfang an so angelegt, weil acht KI-Agenten am ersten Tag parallel daran gebaut haben und sich sonst gegenseitig überschrieben hätten.
Alle Zahlen am 02.08.2026 im Projekt gezählt, nicht geschätzt: Zeilen und Dateien aus dem Quellcode, Commits aus der Versionsgeschichte, Werkzeuge aus den Definitionen, Wissens-Stücke aus dem Index auf meinem Rechner.
Es läuft, und zwar nicht im Testbetrieb, sondern als tägliches Arbeitsgerät: 3.422 Diktate, 101.016 Wissens-Stücke, jeden Werktag im Einsatz. Angefangen hat es, weil ich für ein Diktier-Abo keine 15 € im Monat zahlen wollte. Aufgehört habe ich nicht, weil jede Woche etwas dazukam, das ich im Alltag gebraucht habe. Lizenziert ist es unter MIT.
Beta heißt hier: an den Funktionen fehlt nichts, an der Verpackung schon. Murmel ist selbst signiert, deshalb muss man beim ersten Start einmal an Gatekeeper vorbei. Für einen Download per Doppelklick bräuchte es eine notarisierte App und damit einen Apple-Developer-Account. Das Repository liegt noch privat, bis der Ordner mit den Arbeitsnotizen durchgesehen ist.
Zu kaufen gibt es Murmel deshalb noch nicht. Wer es trotzdem ausprobieren oder in den Quellcode schauen will: schreib mir, dann finden wir einen Weg.
Wenn du hier bist, weil dich meine Arbeitsweise interessiert: Ein Problem aus dem eigenen Alltag, eine Scheibe nach der anderen gebaut, jede sofort benutzt, die nächste erst danach. Feste Verträge zwischen den Bausteinen, damit mehrere Agenten parallel arbeiten können. Fehler über Protokolldateien gejagt statt geraten. Und an jeder Stelle, an der es hätte teuer werden können, eine Rückfrage eingebaut.
